Graffiti mag ja eine ganz tolle, aber unverstandene Kunstform sein, doch wenn man so manche Graffiti-Site liest, muss man glauben, dass da draußen lauter unterdrückte Banksys unterwegs sind. Ach, wenn sie doch nur 10% so talentiert und witzig wären. Die meisten Graffitis meiner Umgebung bestehen aus einfachen Tags und “dienen der territorialen Markierung” um “möglichst präsent zu sein”. Na toll.

Tags stehen eigentlich als “Unterschrift unter gesprühten Bildern”, leider lässt man in meinem Stadtteil die gesprühten Bilder gleich weg und taggt stattdessen nur noch. Oder sprüht dreist die Werbung für eine Kneipe auf die Scheibe der Bushaltestelle.

Schade, dass man so selten Graffitis sieht, bei deren Anblick man sich wünscht, der Streetartist hätte mehr davon gemacht.

Die tollste Straßenkunst, die ich bisher gesehen habe, sind die Toynbee-Kacheln. Völlig durchgeknallte Nachrichten, die ein Unbekannter in ganz Amerika auf Straßen gekleistert hat.
“TOYNBEE IDEAS IN KUBRICK’S 2001 – RESURRECT DEAD ON PLANET JUPITER”
Ich habe eine davon zufällig 1993 in Washington beim Überqueren der Straße entdeckt, fotografiert und denke heute noch darüber nach, was die Botschaft bedeuten mag. Jahre später erfuhr ich dank Internet, dass es unzähligen anderen ähnlich geht.
