
- Von mir aus kann jeder personenbezogene Daten sammeln, was, wie und soviel er will. Aber er muss dies offenlegen und dem Betroffenen klar machen, was er tut. Wer das nicht tut oder gar leugnet, macht sich strafbar.
- Wer Daten sammelt, muss mir auf Anfrage zeitnah und vollständig darstellen, welche Daten er über mich gesammelt und was er damit getan hat und tun wird. Wer das nicht tut oder gar leugnet, macht sich strafbar.
- Wer persönliche Daten sammelt, muss für jeden Datensatz lückenlos dokumentieren können, woher die Daten stammen. Wer das nicht kann, macht sich strafbar.
- Wer solche persönlichen Daten ohne korrekte Dokumentation einkauft und weiterverwendet, macht sich ebenso strafbar.
- Wer persönliche Daten weiterverkauft, muss den Weiterverkauf für jeden Datensatz dokumentieren können, sonst macht er sich strafbar.
- Wenn ich nicht will, dass Unternehmen X meine Daten weiterverkauft, muss es sich auch daran halten. Wenn X das trotzdem tut, macht es sich strafbar.
- Die Regeln gelten auch für den Staat und dessen Behörden.
- Die Strafen müssen richtig weh tun.
- Datenschutzbehörden müssen Datenhaltung überprüfen und Strafen durchsetzen können. Sie müssen politisch unabhängig sein. Und endlich mehr sein als vom Staat und der Wirtschaft ignorierte Bedenkenträger.
Schwer oder undurchsetzbar erscheint das alles nicht, aber weder seriöse Adresshändler noch die staatlichen Behörden könnten diese Forderungen heute erfüllen. Aber vermutlich ist das naiv und ich habe ein paar Dinge übersehen.
Foto von rpongsaj via flickr.
Erstaunlich an der ganzen Geschichte finde ich, wie die regierende Polit-Clique plötzlich den Datenschutz entdeckt. Nur IM Schäuble ist so ruhig.
Ich hab ja meine persönlichen Daten immer gehütet, wie mein Augapfel und trotzdem ständig Werbung im Postkasten und Anrufe von Callcentern. Ich hab mich immer gewundert. Bis ich erfuhr, daß meine Mutter quasi jede aufgestellte Lostrommel in Supermärkten mit meiner Adresse etc. gefüttert hat, seufz.
Einspruch, Euer Ehren.
Nur nicht gesammelte Daten sind gute Daten. Alles andere lädt zur Kriminalität doch geradezu ein.
Gruß, Frosch
“vermutlich ist das naiv”
ich glaube ja. Es klingt zwar vernünftig, aber jeder Online Händler hat Daten (teilweise mehr als er will). Die Dokumentation (wer, wann, woher) ist nicht immer einfach und kostet viel Zeit.
Prinzipiell passiert also folgendes : Hoher Administrativer Aufwand und enorme Kosten für kleine Unternehmen, bei Datenklau dennoch keinerlei Schutz für die Betroffenden.
Sinn macht nur der letzte Punkt : Strafen die weh tun, richtig weh tun.
Die Politik sollte sich lieber darum bemühen die Datenhändler und deren Auswüchse zu bekämpfen (Mail und Telefonspam u.s.w.) anstatt selbst Daten zu sammeln um so Rückschlüsse auf Fehlverhalten feststellen zu wollen.
Hallo Hanno,
Meinem Erachten nach haben Deine Ausführungen einen grundsätzlichen Ansatz total übersehen.
Konsumer haben heut zu Tage ein riesiges Problem.
Bei einem Kauf oder gar einer Finanzierung einer Ware ist es erforderlich sehr viele auch nicht benötigte Angaben zu machen.
AGB’s oder anderweitige Verträge schreiben vor, einen vollständigen Datensatz des Käufers zu Werbezwecken oder zur Datenanalyse zu hinterlassen.
Das ironischste an der Sache ist, das der Konsumer sich ausdrücklich darum kümmern muss, das seine Daten nicht weiter verwendet werden dürfen.
Reglementiert sollte eigentlich sein, das sich der Dealer bemühen muss, auf einem klar zu lesenden Formular die Einwilligung des Käufers zu bekommen, seine Daten an Dritte weiterzugeben unabhängig vom Ausgang des Verkaufs/Finanzierung/Leasing der zu handelnden Ware.
Servus