Ein lesenswertes Interview mit Joachim Kersten auf zeit.de:
“Statt darüber nachzudenken, die Ereignisse wirken zu lassen, wird in unserer Medien-Gesellschaft sofort reagiert: mit Bildern, mit Bilderserien und mit einem Sich-Überbieten von Erklärungen.” [..]
“Mein Eindruck ist seit Längerem, dass es Routine geworden ist, unangemessen zu berichten. Die Medien müssen die Sensationslust eines breiten Publikums befriedigen. [..] Die Frage [für Journalisten] ist, ob man jeden Clip, den man bekommt, kaufen und vor der Masse abspielen muss oder man jedes Bild veröffentlichen muss.”
Natürlich entblödet zeit.de sich nicht, dem Text eine reißerische Bilderklickstrecke namens “Eine Stadt in Starre” hinzuzufügen, während es im Interview genau dazu heißt:
“Diese Visualisierung wirkt auf einen potenziellen Täter wie Pornografie auf einen Sexualstraftäter.”
Immerhin hat Prof. Kersten sehr sinnvolle und konstruktive Antworten gegeben, worüber ich sehr dankbar bin.