- Die Umgebung um das Frappant war einmal stadtplanerisch als Einkaufsstraße vorgesehen.
- Mit Ikea kommt ein Laden in eine Ladenstraße, also passend zu dieser Stadtplanung.
- Ein Großteil der Kritik gegen Ikea ist fehlgeleitet: Die Gegner müssten Politik und Verwaltung für ihre Stadtplanung kritisieren.
- Ikea ist höchstens dafür zu kritisieren, dass sie sich nicht als verantwortungsvoller Neubürger des Stadtteils sehen und entsprechend handeln. Aber auch hier ist eigentlich die Stadt Hamburg und die Lokalpolitk in der Pflicht – denn sie hätten ja die Macht, Ikea durch Auflagen dazu zu bringen.
- Oder anders: Ikea ist ein Prügelknabe anstelle von Lokalpolitik und Stadtplanung.
- Es ist ein wenig albern, eine Einkaufsstraße dafür zu kritisieren, dass sie konsumorientiert ist.
- Wer sich eine stadtplanerische Umwidmung der Neuen Großen Bergstraße wünscht, sollte Alternativen benennen.
- Auch die Ikea-Gegner sind hilflos, wenn man sie fragt, was man denn nun konkret mit der Neuen Großen Bergstraße anfangen soll.
- Auch die Künstler im Frappant haben es in den letzten Jahren nicht geschafft, den Stadtteil Altona-Altstadt lebenswerter zu machen.
- Altona-Altstadt ist kein idyllischer grüner Stadtteil, der bisher von Kommerz und Kapitalismus verschont geblieben war. Er war vor wenigen Jahrzehnten “hochwertiger” und erlebte dann einen wirtschaftlichen Niedergang.
- Wer wegen der billigen Mieten nach Altona-Altstadt gezogen ist, konnte dies, weil der Stadtteil zuvor diesen Niedergang erlebte.
- Viele Befürworter der Ikea-Ansiedlung kennen aber Altona-Altstadt aus der Zeit vor diesem Niedergang.
- Es wäre deshalb interessant zu erfahren, ob die Gegner eher neue Anwohner und die Befürworter eher Alteingesessene sind.
Posted in de, Hamburg, Politik on Sep 18th, 2009 by Hanno Zulla | 6 Comments »
Genau.
Ich finde schon, dass Altona-Altstadt wieder attraktiver, lebenswerter geworden ist. Auch durch die Künstler. Eine Steigerung von 2 auf 3 ist auch eine Steigerung wenn die Skala bis 11 geht. Ich wünsche mir für die Neue Große Bergstraße aber auch mehr als 3.
Treffende Zusammenfassung der Lage!
Meiner Erfahrung nach sind ein Großteil der alteingesessenen dafür. Es muß was passieren, wenn Ikea abspringt traut sich doch für Jahre kein anderer Investor in die Große Bergstraße.
Es wäre schön wenn Ikea mit einem der Lage angepaßten Konzept käme. Ich sage: Willkommen Ikea!
Ich würde mich sehr freuen, als Konsument und als jemand, der den Niedergang dieses Stadtquartiers bedauert, wenn (bzw.: dass) Ikea kommt. Natürlich bringt so ein großer und attraktiver Anbieter auch eine Menge Veränderungen, und auch Verkehrsaufkommen usw. Aber zugleich mit diesem Verkehrsaufkommen wachsen ja – zumindest theoretisch – auch die Chancen. Insofern bin ich hier für eine, hmm – mir fehlen da die passenden Worte – sagen wir: “einfühlend-vorausschauende Quartierspolitik” seitens der Stadtplaner und Bezirkspolitiker. Das heißt, ich würde mir wünsche, dass man – durchaus auch als Gegengewicht zur Ikea-Ansiedlung – den Stadtteil stellenweise begrünt, sich stärker um die Einkaufs- und Fußgängerzone bemüht und vor allem darum, dass dort so etwas wie Lebensqualität entsteht.
Ich bin durchaus dagegen, wenn Unternehmen in ihrer Gewerbefreiheit beschnitten werden, aber umgekehrt finde ich, gerade bei zu großen Gewerbeansiedlungen, dass Unternehmen in der Pflicht stehen, und zwar auch dafür, dass das betroffene Wohnumfeld lebenswert bleibt bzw. einen Ausgleich erhält für die Beeinträchtigungen, die mit einem großen Gewerbebetrieb einher gehen.
Ehrlich gesagt, habe ich mir da noch gar keine vernünftigen Gedanken gemacht, wie das gehen konret könnte, und welche Möglichkeiten die Bezirkspolitik hätte – aber ich denke (und hoffe) doch, dass das geht, und darüber hinaus, dass sich auch Ikea an derartigen Bemühungen beteiligt.
Die Anhörung (oder was immer das war) war wohl leider mehr ein Beispiel dafür, wie die jeweiligen Beteiligten aneinander vorbei redeten. Wenn zur “Protestkultur” das Niederbrüllen rechnet, dann stimmt mich das bedenklich.
Ich lebe jetzt seit einem halben Jahr in der Nähe dieses “grauen Klotzes” und ich bin dankbar, wenn der Ikea kommt und die Gegend hübscher wird. Denn gleich ein paar Nebenstraßen weiter wirken die Wohnsiedlungen ähnlich lauschig wie in Ottensen. Es wäre sehr schön, wenn die Große Bergstraße diesen Charme auch wieder zurück gewinnen würde.
ich verstehe diesen Schwarz-Weiß-Diskussionskern nicht.
Ich bin nicht für IKEA, aber deswegen, weil ich finde, das solche Großalagen an den Stadtrand gehören. (Und weil in meinem Dafürhalten ein großer Einkaufsklotz keinen Bereich “hübscher” macht.)
Ich finde das deshalb, weil viele ihren Lebensmittelpunkt in Altona haben. Zum Beispiel ich. Und da ist denke ich auch egal, ob ich hier seit 2 oder 15 Jahren lebe.
Ich bin auch dagegen, die Bergstraße so zu lassen wie sie ist. Ich finde in Anbetracht der Wohnungssituation brauchen wir vor allem Folgendes: Bezahlbaren Wohnraum. Ist ja schön, wenn de Stadtplanung vor allem einen Ikea dort sitzen haben möchte. Ist einmal Streß beim verkauf und genehmigen und das wars. Wohnprojekte würden deutlich mehr Arbeit machen.
Aber dann ziehen einfach alle nach Moorfleet oder Schnellsen…
Was ich überspitzt damit sagen möchte ist: Es geht hier gar nicht um IKEA, es geht um die Nutzung der Fläche im Sinne der Bürger Hamburgs. Und wir haben bereits 2 IKEA. Wozu noch mehr? Arbeitsplätze? Die gibt es auch durch Wohnungsbau.