Die c’t hat mal wieder LCD-TVs und Bluray-Player getestet. Natürlich sind Sonderfunktionen wie Youtube, Online-Videothek, Widgets nette kostenlose Beigaben, aber was hat man davon, wenn Websites ihre APIs ändern oder der VOD-Service eingestellt wird und man kein Update mehr für die Firmware erhält?
Der Youtube-Client meines LG-BD390-Bluray-Players ist nett, doch kann er die jetzt verfügbaren HD-Videos von Youtube nicht herunterladen, obwohl die Hardware diese abspielen könnte. Der integrierte Videoplayer spielt Filme vom Fileserver aus dem lokalen Netz, hat aber seine Macken. Das neue WebM-Format wird er wohl nicht nachträglich lernen.
Das Bluray-Format ist noch immer im Fluss: Hersteller LG weiß seit Monaten von Abspielproblemen im Regiekommentar von populären Titeln wie “Oben” oder “Wall-E”. Auch bei Basisfunktionen hakt es: Damit das Gerät Filme tonsynchron an einem LCD-TV des gleichen Herstellers abspielt, muss man Einstellungen im versteckten Service-Menu des TV-Geräts ändern.
Firmware-Updates zu diesen Problemen gibt es nicht, LG kümmert sich um die nächste Gerätereihe. Testberichte zählen Features auf, doch man erfährt wenig über die Firmware-Pflege der Hersteller in den Monaten oder Jahren nach dem Kauf.
Da ja eh alle Linux benutzen, wird man sich hoffentlich mittelfristig auf Standards einigen. Meego oder Android wären eine Möglichkeit: Youtube, Videoplayer & Co. will ich lieber als externe Apps nachinstallieren statt allein vom Gerätehersteller abhängig zu sein.
Du hast recht, aber meiner Meinung nach ist das Problem eher, dass unzählige Produkte den Markt überschwemmen und die Firmen ihre Ressourcen einteilen, um nur die aktuellen zu unterstützen. Ob das schlau ist, sei dahingestellt: Apple hat mit den relative wenigen Produktlinien signifikante Erfolge und das auch in Märkten wie Mobiltelefonen, wo andere Firmen nicht müde werden, unzählige Produktlinien auf den Markt zu werfen. Die kann man dann länger unterstützten. Wobei man auf meinem iPod touch auch kein iOS 4 Update installieren kann…
Das Problem ist wohl auch, dass Hersteller sich auf Gebiete wagen muessen, in denen sie kaum Kompetenz und Erfahrung haben. Jetzt soll ein Fernsehgeraetehersteller auf einmal Geraete entwickeln, die Internetfaehig sind und regelmaessige Firmware-Updates bekommen? Zu bedienen von Leuten, die selbst an der Programmierung eines VCR scheitern? Das ist ziemlich viel verlangt!
Ein Loesungsvorschlag: Trennen wir doch die Hersteller von Hard- und Software. Nicht nach dem Microsoft-Prinzip und nicht, um neue Monopole zu schaffen, sondern fuer offenere Schnittstellen und einen offeneren Markt. Dann kann LG sich wieder darauf konzentrieren, gute Fernsehgeraete herzustellen und andere, auch eine OpenSource-Community, kann Tools und Software beisteuern. Dafuer muss man natuerlich ein wenig Kundenbindung aufgeben und ein paar Schnittstellen offenlegen bzw Standards einhalten. Fuer den Nutzer waere das aber ein Gewinn!
LG hält wirklich nicht viel von firmwarepflege , hab das selbst mit meinem LG Handy (KC910) erlebt. Ansich ist das ein schönes Handy, leider viele bugs und keine wirklichen bugfixes. Im Endeffekt hab ich dann ne communityfirmware genutzt.
Nun stolzer Besitzer eines Android handys