Die KKH Kaufmännische Krankenkasse meldete sich kürzlich beim Kindergarten unserer Kinder und bot einen kostenlosen Motoriktest unter dem Titel “Kindergarten aktiv” an.

Die Erzieher machten anschließend ziemlichen Druck, dass wir Eltern die Einwilligungserklärung unterschreiben, damit auch wirklich alle Kinder mitmachen können. Ein Mitarbeiter der KKH würde den Test gemeinsam mit den Erziehern durchführen.

Das blumige Formular war im “Sie wollen doch sicherlich das beste für Ihr Kind?”-Stil gestaltet und bemühte sich redlich, seriös und offiziell auszusehen. Es wurde mit Datenschutz-Logo um Erlaubnis für Speicherung und Nutzung unserer Telefonnummer gebeten – denn später würde es einen Anruf der KKH bei uns Eltern geben, bei dem man uns das Ergebnis für unsere Kinder mitteilen wird.

Im Netz findet man dann einen Bericht, dass die KKH bei dem versprochenen Anruf versucht, einen Termin mit deren Außendienst auszumachen, damit dieser den Eltern über die Vorteile und Leistungen der KKH berichten kann.

Dies scheint der primäre Zweck der Aktion “Kindergarten aktiv” zu sein (die wohl nur zufällig so heißt wie der seo-mäßig gut verlinkte Untertitel eines anderen, staatlich geförderten Präventionsprogramms, das neugierige Eltern unter dem Suchbegriff deshalb zuerst finden).

Offenbar verläuft der versprochene Motoriktest eher banal. Auch andere Eltern berichten: “Der Test selbst soll laut Erzieherin völlig unspektakulär gewesen sein, das Kind kriegt ‘ne ‘Urkunde’, dass es mitgemacht hat und fertig ist die Laube.” “Die Testpunkte sind wirklich nicht ernst zu nehmen.”

Tja, wenn mein Kind wirklich nicht so gut hüpfen oder auf einem Bein balancieren kann, wäre das längst bei den U-Untersuchungen beim Kinderarzt aufgefallen. Wozu also der Motoriktest der KKH? Die Aktion läuft seit vielen Jahren, aber auf der Homepage der KKH finden sich keine Hinweise auf “Kindergarten aktiv”. Wenn der Vorstandsvorsitzende der KKH öffentlich über den Fitness-Level von Kindern berichtet, zitiert er 6 Jahre alte Statistiken des Robert-Koch-Institutes und nicht die viel aktuelleren Daten, die seine Organisation angeblich selbst erhebt.

Und so war es dann auch bei unserem Kindergarten. Der KKH-Mitarbeiter bestand darauf, dass nur Kinder teilnehmen dürfen, deren Anmeldebogen vollständig mit Telefonnummer der Eltern ausgefüllt ist.

Die Erzieher ließen ihn dann wieder von dannen ziehen.

Als Nachtrag zum vorherigen Beitrag nun eine Betrachtung, mit welchen realistischen Methoden man eine Wahl in Deutschland manipulieren könnte, wenn man es denn wollte. Weitere Anregungen gerne per Mail.

Vorweg: Die Auszählung an sich halte ich für sicher, solang wir hierzulande keine Wahlcomputer einsetzen. Wer den Wahlhelfern trotzdem misstraut, soll einfach nach der Wahl in seinem Lokal bei der Auszählung zusehen.

  • Diebstahl oder Fälschung von Wahlunterlagen

    Wer eine Wahlbenachrichtigung oder die Briefwahlunterlagen [Streichung: siehe Kommentar] vorlegt, kann wählen. Ein Ausweis ist nicht nötig. Wie zuvor beschrieben fällt diese Manipulation allerdings auf, wenn der echte Wähler dann trotzdem im Wahllokal erscheint.

    In dem Wahllokal, wo ich gestern Wahlhelfer war, gab es keinen solchen “aber Sie haben doch schon gewählt!”-Vorfall. Auf Twitter findet sich allerdings z.B. eine Wählerin, bei der eine Unbekannte ihren gestohlenen Ausweis genutzt hat, um für sie zu wählen.

  • Abkauf von Wahlunterlagen

    Man könnte empfängliche Wähler natürlich dafür bezahlen, dass sie ihr Kreuz bei Partei X machen, aber um als Käufer sicherzugehen, dass es auch wirklich das richtige Kreuz wird, sollte man den Zettel selbst ausfüllen.

    Ein Vögelchen hat mir auf den vorherigen Beitrag hin gezwitschert, dass man als Nichtwähler in Hamburg vor der Wahl für ungenutzte Briefwahlunterlagen einen (erstaunlich mickrigen) Bargeldbetrag kassieren konnte. Ich hätte dies bis dahin nicht für möglich gehalten und kann dies nur als Gerücht hier weitergeben, halte meine Quelle aber für glaubhaft. (Und habe den Landeswahlleiter informiert.)

    Diese beiden vorherigen Methoden erscheinen trotzdem zu riskant, um systematisch eine Wahl zu drehen, und mir ist unklar, wer so vorgehen sollte. Wer klaut/kauft geklaute Ausweise wie im o.g. Twitter-Fall?

    Die Zahl der Mitwisser ist groß, der Aufwand ist hoch, die Gefahr der Entdeckung groß. Die Motivation für so eine Verzweiflungstat würde ich eher bei einer Kleinpartei mit undurchsichtigen finanzstarken Hinterleuten sehen, die unbedingt die 5% erreichen muss – z.B. auch jene Parteineugründung aus dem Nichts, deren Anhänger ironischerweise genau jetzt an einen Wahlbetrug glauben, weil sie die Relevanzhürde doch nicht erreicht haben.

  • Identifikation der Nichtwähler

    Um das große Rad zu drehen, brauchen wir die Wahlbenachrichtigungen für möglichst viele sichere Nichtwähler, denn diese dürfen ja nicht überraschend am Wahltag im Lokal erscheinen.

    Dies wäre durchaus möglich, weil im Wählerverzeichnis die Nichtwähler nach der Wahl auch nicht abgestrichen sind. Diese Liste wird m.W. nach der Wahl ungesehen archiviert und nicht ausgewertet. (Außer, es kam zu Unstimmigkeiten bei der Wahl.) Wer Zugang zu dieser Liste hat, könnte über mehrere Wahlen hinweg die Bürger identifizieren, die nicht zur Wahl gehen, und deren Benachrichtigung fälschen.

    Der Vorteil dieser Manipulation im Vergleich zu den ersten beiden ist, dass man nur wenige Mitwisser hat, die Gefahr der Aufdeckung gering bleibt und man eine sehr große Zahl von Stimmabgaben auf einmal fälschen kann.

Ja, natürlich gibt es einige Möglichkeiten zur Manipulation der Wahl.

Dies ist gefährlich, weil die Wahlen zuletzt häufig knapp ausgefallen sind. Wenn der mir vom Vögelchen genannte Betrag stimmt, hätten die beiden großen Verlierer nur ein bisschen von ihrem Wahlkampfbudget abzweigen müssen, um sich ein paar Briefwahlunterlagen mehr zu kaufen.

Eine Ausweispflicht könnte Manipulationen teilweise unterbinden, wobei die Briefwahl dann trotzdem verwundbar bleibt. Eine “von ganz oben” befohlene Manipulation dürfte unwahrscheinlich sein. Aber durchaus möglich, dass örtliche Parteivertreter und -fans auf eigene Faust kriminell aktiv werden, wenn sie ihre Partei oder den eigenen Listenplatz in Gefahr wähnen. Dies hält auch die Zahl der Mitwisser gering.

Wer von so einer Manipulation weiß oder Teil davon war, kann sich anonym an seinen zuständigen Landeswahlleiter oder die Presse zu wenden.

Interessant wäre, die Wahldaten auf Unstimmigkeiten hin zu untersuchen. Vielleicht gibt es ja statistische Ausreißer in einzelnen Wahlkreisen.

Kurz was zum Thema Bundestagswahl, Ausweispflicht und Wahlfälschbarkeit aus meiner Sicht als Wahlhelfer.

Auf Twitter rufen gerade ein paar Leute Zeter und Mordio, weil bei der Wahl “dieses Mal” nicht ihr Ausweis kontrolliert wurde. Aber: Es wurde auch bei den letzten Wahlen kein Ausweis geprüft. Wirklich nicht.

Deshalb zur Erklärung hier das Prozedere:

Zur Wahl wird eigentlich nur die gültige Wahlbenachrichtigung benötigt. Wir Wahlhelfer prüfen dann im Wählerverzeichnis, ob die Daten auf der Benachrichtigung korrekt sind. Wenn dabei alles stimmt, darf der Wähler wählen und wir streichen ihn aus dem Wählerverzeichnis heraus. Ohne weitere Ausweiskontrolle. (Wenn ein Wähler uns Wahlhelfern unaufgefordert seinen Ausweis gibt, sagen wir allerdings meist nur “hmm hmm”, nehmen die Benachrichtigung entgegen und weisen ihn nicht noch extra darauf hin, dass der Ausweis nicht nötig war.)

Welche möglichen Vorfälle kann es geben?

  • Häufigster Fall: Der Wähler hat seine Benachrichtigung vergessen. Dann prüfen wir den Ausweis und suchen ihn anhand seiner Wohnadresse im Wählerverzeichnis, erstellen eine Ersatzbenachrichtung und er darf wählen.
  • Zweithäufigster Fall: Der Wähler hat Briefwahl beantragt, aber den Brief dann doch nicht rechtzeitig abgeschickt. Dann prüfen wir, dass seine Benachrichtigung und die von ihm mitgebrachten Briefwahlunterlagen übereinstimmen, und er darf wählen.

Welche Probleme kann es geben?

  • Der Wähler hat keine Wahlbenachrichtigung erhalten. -> Siehe oben, häufigster Fall. Falls der Wähler auch nicht im Wählerverzeichnis zu finden ist, kann es soweit eskalieren, dass er zum Rathaus gehen muss, um das Problem zu klären und eine nachträgliche Wahlbenachrichtigung zu erhalten. Könnte z.B. auch daran liegen, dass er umgezogen ist und sich noch nicht korrekt umgemeldet hat o.ä.
  • Der Wähler hat Briefwahl beantragt, aber per Post keine Unterlagen erhalten. -> Briefwähler sind im Wählerverzeichnis markiert. Sie dürfen nur im Lokal wählen, wenn sie mit den mitgebrachten Briefwahlunterlagen nachweisen, dass sie diese noch nicht abgeschickt haben, siehe oben, zweithäufigster Fall. Wir mussten gestern zwei Wähler nach Hause schicken, die wegen fehlender Briefwahlunterlagen nicht wählen durften.

Lehre: Wer wählen will, sollte sich besser rechtzeitig vor Öffnung der Wahllokale darum kümmern, dass er die benötigten Unterlagen auch erhalten hat, ganz besonders bei Briefwahl.

Wo sind nun Angriffsvektoren?

Eine manuelle, nicht-computergestützte Auszählung halte ich für sicher, denn dafür muss sich das Wahlhelferpersonal mehrerer Wahllokale verschwören. Das sind zu viele Mitwisser. Vorausgefüllte Wahlzettel kriegt man auch nicht unbemerkt in die Urne hinein, weil die Zahl der Zettel mit der Zahl der aus dem Wählerverzeichnis herausgestrichenen Wähler übereinstimmen muss.

Wenn ich eine Wahl fälschen wollte, gäbe es noch zwei offensichtliche Angriffsvektoren.

  • Man kann Wahlbenachrichtigungen aus den Briefkästen klauen oder gleich ganz fälschen (die nötigen Personendaten aus der Nachbarschaft sind leicht zu kriegen) und mit der Wahlbenachrichtung einer anderen Person zur Wahl gehen.
  • Man kann Briefwahl für eine andere Person beantragen und diese dann abschicken.

Beide Angriffe haben aber ein Problem: Im Wählerverzeichnis ist markiert, wer Briefwahl beantragt oder heute im Lokal schon gewählt hat. Wenn der echte Wähler doch noch ins Lokal kommt, fliegt die Fälschung auf. Man muss also Wähler finden, die garantiert nicht ins Lokal kommen, z.B. demente Senioren oder Leute, die bekanntermaßen Nichtwähler sind.

Es gab so einen Versuch vor einigen Jahren in meinem Wahlkreis der genau deshalb aufflog. Dort wurden wohl Adressen von Haustürklingeln abgeschrieben, um eine Briefwahl zu manipulieren und die betroffenen Wähler standen trotzdem im Wahllokal und wunderten sich.

Ich bin noch nicht lange genug Wahlhelfer um sagen zu können, was bei solchen Unregelmäßigkeiten passiert und ab wann eine Wahl dann ungültig würde. Bei meinen Wahlhelfereinsätzen gab es keine dieser Art.

P.S. 1: Werde Wahlhelfer. Es macht tatsächlich Spaß.

P.S. 2: Im übrigen wird eine Pflicht zum Identitätsnachweis von den Konservativen in den USA genutzt, um dort die Wahl in ihrem Sinne zu beeinflussen, weil sie damit die Wahl für bestimmte Völkergruppen erschweren.

P.S. 3: Ich wurde darauf hingewiesen, dass man einem bekennenden Nichtwähler auch die Wahlbenachrichtigung abkaufen kann. Stimmt. Und das würde dann auch nicht auffallen, solange der Nichtwähler dicht hält – was allerdings die Zahl der Mitwisser wieder unnötig erhöht.

P.S. 4: Fortsetzung dieses Artikels.

Einst kauften die Menschen Vinylschallplatten, nein, nicht wegen der Musik sondern wegen der überlegenen Haptik. Vinylkritiker diskutierten in Fachzeitschriften die Knackigkeit und schwärmten von Materialfortschritten der Plattenfirmen.

Der A&R-Teilzeitmitarbeiter einer Plattenfirma brach stets in Jubel aus, wenn eine neu gegründete Musikgruppe ein seltenes Demotape einschickte. Nun hieß es schnell sein und sofort per Telegramm mit einem unterwürfigen Anschreiben das freundliche Vetragsangebot zurückschicken (anhören würde er das Tape später). Musiker mussten gut behandelt werden, man wollte sich ja nicht mit der einflussreichen Musikergewerkschaft anlegen.

Gut erinnere ich mich noch daran, wie die Jahrgangsbesten bei der Abiturfeier berichteten, dass sie einen der begehrten Studienplätze als Freejazzmusiker oder Ausdruckstanzchoreograph abbekommen hatten. Wir anderen waren neidisch, denn sie würden Urheber sein, mit einem starken Urheberrecht im Rücken würden sie die Zukunft formen und die Gesellschaft voranbringen.

Doch wir hatten ja zu schlechte Noten und mussten uns stattdessen mit Berufen durchschlagen, die weniger gesellschaftlichen Wert und Ansehen hatten. Besonders Mediziner und Juristen fürchteten die unklaren Berufsaussichten. Wenn es gut lief, konnte ein Anwalt im Alter um die 30 vielleicht ein paar aufsehenerregende Verfahren in den großen Gerichtssälen der Republik verhandeln. Aber später würde er alternd durch die Provinzgerichte ziehen, ein paar wenige treue Prozessbeobachter im Schlepptau, die mit ihm zusammen vom alten Ruhm zehren.

Oh ja, einst war Künstler ein knallharter Ausbildungsberuf mit erstklassigen Berufsaussichten. Fabrikanten flehten ihre Kinder an, ihr Talent nicht im Betrieb mit langweiligen Vorstandssitzungen für mickrige zweistellige Renditen zu verschwenden. Nein, sie rieten dem Nachwuchs stattdessen zur Kunsthochschule, damit sie später einen ordentlichen Beruf haben, der sie bis ins hohe Alter ernähren kann.

Aber all dies ist nur noch verblassende Erinnerung. Das Internet, ja, es ist schuld. Das Internet brach aus und zerstörte all dies. Vorbei, leider, alles vorbei.

Wenn ich jemanden via Google, Xing oder Facebook nicht finde
– hat der dann etwas falsch oder etwas richtig gemacht?

Der Gedanke kaum auf, weil ich gerade die früheren Mitschüler für das Klassentreffen zusammensuche.

Lieber Olaf Scholz,

nun willst Du* also den glücklosen Interimsdilletanten Ahlhaus beerben und Bürgermeister von Hamburg werden.

Der Wahlkampf ist im vollen Gange und Fototermine sind wichtig. Nächsten Samstag wirst Du beim Netzcamp der SPD Hamburg sprechen. Vielleicht nur ein weiterer kurzer Termin für den Wahlkampf, schnell mal Hände schütteln, für die Fotografen vor einem Bildschirm posieren, Blitzlicht abwarten, dann weiter zum nächsten Termin.

Das wäre auch ok, aber irgendwie schade.

Gelegentlich lese ich begeistert, was einige SPDler zum Internet zu sagen haben, Deine Partei hat hervorragende Leute zum Thema Netzpolitik. Du, Olaf, lässt Dich sogar schon heute von einigen von ihnen beraten. Hervorragend.

Nur immer dann, wenn es drauf ankommt – zuletzt z.B. bei Themen wie der Online-Durchsuchung, Copyright, Internetsperren, JMstG – hörte die SPD leider nicht auf die Experten aus den eigenen Reihen, sondern auf die Wiefelspütze, Gornys und Dörmänner. (Der SPD-Onlinebeirat der SPD war darüber so frustriert, dass er sich schließlich entleibte, ohne dass es jemand in der Partei bemerkte.)

Damit folgte die SPD bei vielen Grundsatzentscheidungen zuletzt zu häufig dem inzwischen schon tragischen Missverständnis der Konservativen in Bezug auf das Internet. Für das konservative Weltbild mit seinem Wunsch nach Obrigkeit und dem Anspruch auf Autorität erscheint das Internet nicht als gute Sache, sondern als ein Problem, das reguliert, kontrolliert, beschnitten, verhindert werden muss.

Auch Du hast Dich jüngst leider dazu hinreißen lassen, der CDU zu versprechen, dass mit Dir eine Vorratsdatenspeicherung ja gar kein Problem wäre. Das war wohl als kleine Gemeinheit gegen die FDP gemeint, doch nein, es war keine tolle Idee von Dir. Einige der lautesten Aktivisten gegen die VDS sind in der SPD. Rede bei sowas doch vorher mal mit denen.

Hamburg, die Stadt, die Du regieren willst, hat eine relativ florierende Internet-Wirtschaft. Naja, relativ, ich kenne so einige Gründer, die inzwischen weniger begeistert sind. Weil die deutsche Netzpolitik so erratisch ist. Wie schizophren z.B. unser Datenschutz ist, durfte der Hamburger Datenschutzbeauftragte ja gerade persönlich feststellen.

Du könntest der erste Regionalfürst werden, der mit einer Vorreiterrolle in der Netzpolitik auch einen Standortvorteil für seine IT-Wirtschaft definiert.

Hat die SPD inzwischen eine positive Vision zum Internet?

Sag Du es mir. Vielleicht wäre es ja ein Grund, Dich zu wählen.

* Sehr geehrter Herr Scholz, Ihr Genossen duzt Euch alle. Wir im Internet auch. Ich hoffe, Du hast nichts dagegen.

Ein Sarrazin-Fan veranschaulicht in einem Online-Forum das Prinzip Sarrazin:

“Ich finde nicht schlimm, dass er seine Statistiken erfindet,
denn im Kern sind 95% seiner Aussagen richtig.”

Sarrazin exklusiv vorab drucken.
Danach sein Buch verreißen.
Später lamentieren, dass ihm ein Forum geboten wird.

Die c’t hat mal wieder LCD-TVs und Bluray-Player getestet. Natürlich sind Sonderfunktionen wie Youtube, Online-Videothek, Widgets nette kostenlose Beigaben, aber was hat man davon, wenn Websites ihre APIs ändern oder der VOD-Service eingestellt wird und man kein Update mehr für die Firmware erhält?

Der Youtube-Client meines LG-BD390-Bluray-Players ist nett, doch kann er die jetzt verfügbaren HD-Videos von Youtube nicht herunterladen, obwohl die Hardware diese abspielen könnte. Der integrierte Videoplayer spielt Filme vom Fileserver aus dem lokalen Netz, hat aber seine Macken. Das neue WebM-Format wird er wohl nicht nachträglich lernen.

Das Bluray-Format ist noch immer im Fluss: Hersteller LG weiß seit Monaten von Abspielproblemen im Regiekommentar von populären Titeln wie “Oben” oder “Wall-E”. Auch bei Basisfunktionen hakt es: Damit das Gerät Filme tonsynchron an einem LCD-TV des gleichen Herstellers abspielt, muss man Einstellungen im versteckten Service-Menu des TV-Geräts ändern.

Firmware-Updates zu diesen Problemen gibt es nicht, LG kümmert sich um die nächste Gerätereihe. Testberichte zählen Features auf, doch man erfährt wenig über die Firmware-Pflege der Hersteller in den Monaten oder Jahren nach dem Kauf.

Da ja eh alle Linux benutzen, wird man sich hoffentlich mittelfristig auf Standards einigen. Meego oder Android wären eine Möglichkeit: Youtube, Videoplayer & Co. will ich lieber als externe Apps nachinstallieren statt allein vom Gerätehersteller abhängig zu sein.

Es kam Wehmut auf, als ich den über 20 Jahre alten Sony Walkman bei ebay reinstellte.

Unser Töchterchen wird wohl nicht mehr erfahren, was eine Audiocassette ist. Vinyl haben nur noch ihre Großeltern. Minidisc hatte ich einst, DAT war mir damals zu teuer, DCC war schon bei Markteintritt gescheitert. Sie alle hatten nur ein kurzes Gastspiel als Tonträger.

Die CD ist auch auf dem Weg nach draußen. Wir sind zu Hause gerade dabei, alle unsere Compact Discs als FLAC-Dateien auf dem privaten Fileserver abzulegen, die Tonträger selbst verstauben im Keller. Das Komplettwerk der Beatles wird jetzt ganz offiziell auf einem USB-Stick in Apfelform verkauft.

Als Kind habe ich über das alte Tonbandgerät meines Onkels gestaunt. 8-Track kenne ich nur aus alten Filmen. Mein Schwiegervater erzählt mir von Lochkarten und -streifen. Bei mir ging es mit 8-Zoll Floppies in der Schule und 5,25-Zoll Floppies zu Hause los.

Seit Jahren keine Floppy mehr gebraucht.

Den alten Walkman wollte keiner haben, der erste Auktionsversuch endete ohne Gebot.