c't vdr
Illustration: http://www.tsamedien.de für c’t

Die e-tobi vdr Binaries für Ubuntu sind nun vollständig: Ab jetzt stehen alle drei Varianten Standard, Multipatch und Extensions für i386 und amd64 zur Verfügung.

Die drei vdr-Sektionen unterscheiden sich durch die verfügbaren Plugins und die aktivierten Patches, im Wiki gibt es weitere Details, was diese bedeuten.

Das Repository auf hanno.de wird ggf. noch auf einen anderen Server umziehen. Schaut im Blog vorbei, falls der Download der Pakete nicht mehr klappt.

Im folgenden Beispiel – ähnlich wie bei e-tobi beschrieben – bitte #SECTION# ersetzen durch standard, multipatch oder extensions.

   The e-tobi vdr binary packages for Ubuntu are now complete. You can choose between the three flavours of vdr from e-tobi: standard, multipatch or extensions. Packages are available for i386 and amd64.

The differences between the three vdr-sections are the plugins and the patches used in vdr. Some patches are described on the English wiki, but the German vdr wiki page is more complete.

The repository on hanno.de may move to a different location in the future. If the download stops working, please return to this blog.

In the following sample setup, replace #SECTION# with standard, multipatch or extensions.

# /etc/apt/sources.list.d/vdr-etobi-hanno.list
# SECTION = standard | multipatch | extensions
deb http://www.hanno.de/vdr-experimental hardy base backports addons vdr-#SECTION#
deb http://packages.medibuntu.org/ hardy free non-free

# /etc/apt/preferences
Package: *
Pin: origin www.hanno.de
Pin-Priority: 1000

Viel Spaß! Have fun!

Erstaunlich, wie aktuell dieser Spiegel-Artikel von 1986 (PDF-Version) geblieben ist:

Bonn richtet einen Datensupermarkt für Polizei und Geheimdienste ein: Mit einem Bündel von sieben Gesetzentwürfen will die Koalition den Sicherheitsbehörden weitreichende Überwachungsbefugnisse einräumen. [..]

Die neuen Gesetze zur inneren Sicherheit, in monatelangen Geheimverhandlungen zwischen Koalitionspolitikern und Ministerialbürokraten ausgetüftelt und nun zur eiligen Beschlußfassung ins Parlament gereicht, stellen den Datenschutz auf den Kopf. Ein gehöriges Stück Liberalität und Rechtsstaatlichkeit geht verloren. Wenn die Entwürfe Gesetz werden, dürfen Polizei und Geheimdienste fast nach Belieben Bürger offen aushorchen und heimlich belauschen. Was sie dabei erfahren, dürfen sie in Datenbanken speichern und untereinander austauschen. [..]

Schlimm genug, was jetzt schon an der Tagesordnung ist: daß die Datensammlungen nicht nur Straftäter und Verdächtige, sondern auch Unbescholtene registrieren. Das schwerwiegende Indiz ist ebenso gespeichert wie die Bagatelle, und häufig verbirgt sich hinter einer Computer-Notierung nichts anderes als demokratisches Engagement. [..]

Ein “Musterentwurf” der Innenministerkonferenz räumt der Polizei die Anwendung nachrichtendienstlicher Mittel ein [..] – womit sich, käme das Gesetz zustande, die Grenzen zwischen Polizei und Geheimdienst weiter verwischen würden. [..] Polizei und Geheimdienst – das weckt zwangsläufig Erinnerungen an die Gestapo. Deshalb war das Trennungsgebot – keine Polizeibefugnisse für die Geheimdienste, keine Geheimdienstaufgaben für die Polizei – nachkriegsdeutsche Selbstverständlichkeit, bekam es Verfassungsrang. [..]

Das Ungleichgewicht verschiebt sich damit weiter zu Lasten der Bürger. Während sie zunehmend rechtlos gestellt werden, treiben die Staatsorgane die sicherheitstechnische Aufrüstung voran. Die elektronische Buchhaltung schlägt jede Begegnung mit der Ordnungsmacht dem Mißtrauenskonto zu: Jeder gilt, bis zum Beweis des Gegenteils, als Sicherheitsrisiko.

Aber auch damals schon gab es Datenmüll:

So war etwa ein dreijähriges Kind wegen eines Ladendiebstahls im landesweit abrufbaren Kriminalaktennachweis registriert, ein Fünfjähriger war wegen vorsätzlicher Körperverletzung und “Mißhandlung von Schutzbefohlenen” notiert, einem gerade sechs Jahre alten Jungen hing in der Datei eine fahrlässige Brandstiftung an. Bei einer einzigen Polizeidirektion waren drei Personen verzeichnet, die bereits vor ihrer Geburt Straftaten begangen haben sollten. Mancher gerät auch noch im hohen Alter auf merkwürdige Weise in die Datenbanken der Polizei, wie Stollreither feststellte; so eine 80jährige Frau, die gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen haben soll, oder ein 84jähriger Mann, der wegen der “Vorbereitung eines Angriffskriegs” gespeichert war. [..]

Der Hamburger Verfassungsschutz-Chef Christian Lochte (CDU) [..] erinnert daran, wie in den siebziger Jahren die Terroristen-Dateien aufgebläht wurden. Anfangs, so Lochte, waren da “200 bis 300 Leute drin”, aber dann hat sich das Reservoir “in einer relativ kurzen Zeit von zwei, drei Jahren um das Zehnfache vergrößert”.

Das gleiche passierte bei der Datei der vermuteten Kontaktpersonen: “Zunächst waren nur wenige hundert eingegeben”, doch die “haben sich wie die Karnickel vermehrt” – bald befanden sich in der Sammlung 11000 Personen. Lochte: “Wir hatten natürlich niemals – jeder weiß das ja – 3000 Terroristen in der Bundesrepublik”, tatsächlich sei “noch nicht einmal ein Zehntel wirklich relevant” gewesen.

vdr ist ein sehr beliebter und sehr praktischer, linux-basierter digitaler Videorekorder für DVB-Fernsehen mit hohem WAF.

Das Team von e-tobi.net hat daraus eine an Debian angepasste Distribution gebacken, die in Deutschland auch als c’t vdr bekannt ist.

Die vdr-Pakete von Ubuntu sind grob von e-tobi abgeleitet, aber e-tobi ist aktiver, bietet mehr Pakete und häufigere Updates. Es lag also nahe, deren Pakete zu Ubuntu zu portieren.

Dank der geduldigen Hilfe von Tobias Grimm ist es nun so weit, dass die meisten e-tobi Quellpakete auch unter Ubuntu sauber compilieren. Auf geht’s:

  vdr is a very popular, linux-based digital video recorder software with lots of interesting features and a high WAF.

The e-tobi.net team has created a binary distribution for Debian that is known in Germany as c’t vdr.

Ubuntu comes with its own vdr binaries, some based on e-tobi, but the e-tobi team offers more packages and updates them more often. Obviously, I wanted their packages on my Ubuntu-based TV PC.

Thanks to Tobias Grimm’s help, most of the e-tobi sources can now be compiled for Ubuntu without additional patches. Here we go:

# /etc/apt/sources.list.d/vdr-etobi-hanno.list
deb http://www.hanno.de/vdr-experimental hardy base backports addons vdr-multipatch
deb http://packages.medibuntu.org/ hardy free non-free

# /etc/apt/preferences
Package: *
Pin: origin www.hanno.de
Pin-Priority: 1000

Noch ist das alles sehr, sehr beta. Ich habe wenig Erfahrung mit Debian-Repositories, möglicherweise wurden Pakete falsch übersetzt, möglicherweise sind für Ubuntu falsche Abhängigkeiten drin. Deshalb wären erste Tester hilfreich.

Bei mir ist diese vdr-Version mit ein paar wenigen Plugins (epgsearch, live, skinsoppalusikka) stabil im Einsatz, installiert auf einem Ubuntu Server-System ohne X mit einer Budget- und einer FF-DVB-Karte.

Herzlichen Dank für Tests und Rückmeldungen, gerne auch im vdr-portal.

Nachtrag: Die Pakete sind jetzt für i386 und amd64 verfügbar.

  This is still very very beta. I know little about creating debian repositories, some packages may be compiled with the wrong options, some may have broken dependencies. So please help beta-testing them.

This version of vdr is in use on my TV PC, running the Ubuntu server distribution without X with a budget dvb and a full-featured dvb card. With a few plugins (epgsearch, live, skinsoppalusikka), it has been stable so far.

Any help testing and improving these packages is very welcome. You’re also invited to join the (German) discussion on vdr-portal.

Update: Packages now available for i386 and amd64.

“…keiner der Teilnehmer hatte es geschafft, die Bildschirmausgabe seines Laptops am Beamer zu konfigurieren.”

(via Kollegen)


Foto von Kai Nehm

Foto von leralle via flickr
Foto von leralle via flickr


Das Kommando Tito von Hardenberg feiert sich selbst für seinen Polylux-Streich. Ein großartiger Medienhack ist das aber nicht, wenn man einmal selbst erlebt hat, wie flach deren Redaktion recherchiert.

Ein großartiger Medienhacker ist Alan Abel, der seit Jahrzehnten die Presse foppt.

Ohne jeden erkennbaren Selbstzweifel vertritt er vor Journalisten absurde Thesen. Damit kommt er weit: Man kauft ihm seine Ernsthaftigkeit ab, wenn z.B. die Society for the Indecency to Naked Animals (SINA)

“Remember, a nude horse is a rude horse”

…die züchtige Bekleidung von Tieren fordert und dies gegenüber dem Reporter historisch begründen kann.

“Schon die alten Wikinger hatten bei ihren Festgelagen große langhaarige Hunde dabei, mit denen sie sich den Mund abwischten.”

Abel platziert sich immer wieder selbst unter falschem Namen als vermeintlicher Experte und tut so, als ob er das wirklich ernst meint.

Zusammen mit befreundeten Schauspielern und seiner sehr geduldigen Familie zieht er die Schwindeleien bis zum bitteren Ende durch.

Seine Tochter hat aus dieser Geschichte einen sehr witzigen Dokumentarfilm gemacht, den man auf DVD kaufen oder vielleicht mal in Wiederholung auf Arte sehen kann. Sehr empfehlenswert!

Vor 10 Jahren erlaubte sich Aaron Koenig einen kleinen Spaß mit einer Mitmach-Website für seinen Song Schick mir Dein GIF!

Surfpop für Internetsurfer inkl. Schweineorgel-Solo. “…aber bitte nicht mehr als 120K!”

Damals jobbte ich als Student bei der von Aaron mitgegründeten Agentur Lava und programmierte einen Bilder-Upload für die Website zum Song. Aus den so gesammelten Bildern wurde später ein Plattencover gestaltet. Ein großer Spaß, Web 2.0 gab’s lange vor der Erfindung des Buzzwords, nur waren die Teilnehmerzahlen geringer.

Das Lied war als kostenloser Download verfügbar und ist heute leider in der Versenkung verschwunden, man findet nur noch die alten Presseberichte mit toten Links, aber nirgends die nach wie vor coole Musik.

Das muss sich ändern. Zum zehnjährigen Jubiläum also das Revival:

Aaron Koenig: Schick mir Dein GIF! (MP3)

“Anything that is in the world when you’re born is normal and ordinary and is just a natural part of the way the world works. Anything that’s invented between when you’re fifteen and thirty-five is new and exciting and revolutionary and you can probably get a career in it. Anything invented after you’re thirty-five is against the natural order of things.”
Douglas Adams

Zufälle gibt’s.

Vor kurzem Chaosradio entdeckt, hörte ich gestern in der S-Bahn den älteren Podcast über Retrofuturismus.

Gregor Sedlag, einer der beiden Gesprächsgäste, hat gerade auf der re:publica einen Vortrag zum Ende der Science Fiction gehalten. Christian Heller hat aus dem gleichen Podcast einen Vortrag zur Technischen Singularität gemacht.

Ich war nicht in Berlin und habe beide Vorträge nicht gesehen, aber vermutlich decken sie sich mit den Thesen, sie in dem Podcast diskutieren.

Angeblich leben wir in einer Zeit der Hyperbeschleunigung: Nie zuvor in der Geschichte sollen die Innovationszyklen so kurz gewesen sein wie heute, alles wird exponentiell schneller. Einige Futurologen prophezeien deshalb eine Technologische Singularität.

Science-Fiction Autoren könnten da nicht mehr mithalten, Sci-Fi-Konzepte würden schneller Wirklichkeit als je zuvor, neue Themen gäbe es eh nicht mehr, damit, so Gregor und Christian, sei Science-Fiction langweilig und obsolet geworden.

Obwohl die Podcast-Teilnehmer die Technologische Singularität als quasi-religiös bezeichnen, übernehmen sie kritiklos die Aussage der Hyperbeschleunigung und warnen am Ende des Gesprächs sogar vor den katastrophalen Auswirkungen der vielleicht bald kommenden Singularität.

Einige Monate vorher fiel mir ein Buch von Bob Seidensticker in die Hände, das genau dieser These widerspricht: Future Hype – The Myths of Technology Change.

Das Buch ist eine nicht wirklich stringente Sammlung von Zitaten und (teilweise ermüdend oft wiederholten, teilweise leider auch falschen) Anekdoten, aber Seidenstickers Argumentation überzeugt mich trotzdem.

Seidensticker erklärt, dass es kein exponentielles Innovationswachstum gibt, sondern kurze, heftige Schübe.

Diese Innovationsschübe erleben die zeitgenössischen Beobachter als revolutionären, unglaublichen, alles verändernden Wandel. Dafür hat er schöne Beispiele aus verschiedenen Epochen. Immer in der Geschichte haben die Menschen die aufregenden Innovationsschübe im Moment des Schubs überschwänglich extrapoliert. “Wenn das so weitergeht, werden wir bald…”, diese Aussage hörte man zu jeder Zeit technologischen Umbruchs.

Aber wir haben bei solchen Vorhersagen immer wieder schlicht vergessen, dass so ein Schub auch irgendwann endet. Die Entwicklung dieser Technologie stagniert, das eben noch “exponentiell” wirkende Wachstum ist vorbei.

Seidensticker verweist (ein wenig zu) gern auf das Atomzeitalter. Damals ging man naiv davon aus, dass “in Kürze” sämtliche Energieprobleme gelöst sind und alles – vom Automobil bis zum Staubsauger – in “wenigen Jahren” von einem eingebauten Atomreaktor betrieben sein wird.

Aber es ging eben nicht immer so weiter, wir haben keine sauberen Mini-Atomreaktoren, keine Jetpacks, keine Flugautos und keine Untersee-Highways gebaut.

Irgendwann ist die einst noch revolutionäre Technologie so normal geworden, dass wir das Ende, die Stagnation des Innovationsschubs gar nicht mehr bemerken. Stattdessen gibt es zwischenzeitlich einen neuen, spektakulären Innovationsschub in einer anderen Technologie, der unsere volle Aufmerksamkeit auf sich lenkt. So bekommt man das Gefühl einer sich ständig beschleunigenden Zeit.

Thesen wie die der Technischen Singularität hat es schon immer gegeben. Schon vor Generationen wurde erwartet, dass man “in Kürze” alles erforscht, erfunden, entdeckt und die universelle Weltformel gefunden haben wird. Das Ende der Geschichte war nie so nah wie jeweils heute.

Vermutlich werden sich zukünftige Retrofuturisten über das ständige Betonen der angeblichen Hyperbeschleunigung unserer Zeit ebenso amüsieren, wie wir über die falschen Vorhersagen der Industrie-Propaganda aus der Wirtschaftswunderzeit lachen können.

Bei jedem bedeutenden Innovationsschub kam die naive Hoffnung auf, dass diese Technologie die dringendsten Probleme der Welt abschaffen, Kriege unnötig machen und damit universellen Weltfrieden bringen kann. Der Katzenjammer folgt dann erst später: Wo ist z.B. das bessere Zeitalter, das uns das “alles verändernde” Internet bringen sollte?

Ist Science Fiction damit am Ende?

Nein, aber in welchem Alter ist SciFi für den Leser interessant? Als Teenager habe ich SciFi verschlungen, heute kaufe ich mir Sachbücher. Viel spannender.

Die Suche nach einem Kalenderserver bleibt weiterhin erfolglos.

Merkwürdig, dass alle Open-Source Groupware-Lösungen irgendwie immer gleich alles auf einmal wollen: Kalender, Adressverwaltung, integrierter Webmailclient, Projektplanung und optionale Anbindung an den Kantinenplan.

Wo also ist der einfache, geradlinige Open-Source Kalenderserver, der den ganzen Quatsch weglässt und nur dieses eine tut:

Termine speichern?

Der Kalender sollte sich mit einen standard-konformen Client wie iCal oder Thunderbird/Lightning über mehrere Computer (z.B. in der Firma und zu Hause) synchronisieren lassen & ich will meinen Kollegen Einblick oder Zugriff auf meinen Kalender geben können.

Was mit iCal und Thunderbird/Lightning bereits geht: Die Kollegen sollen sich gegenseitig über ihren Client zu Terminen einladen können. Termineinladungen aus Outlook/Exchange, die ich von Kunden oder externen Kontakten gelegentlich kriege, sollen sich über meinen Client importieren lassen.

Gibt’s das?

Aktuell verwenden wir Google Calendar und entsprechende Synchronisierungstools für Lightning, das läuft ganz gut. Aber ich lege meine internen geschäftskritischen Daten nicht gerne auf einem fremden Server ab, selbst wenn der Serverbetreiber behauptet, nicht evil zu sein.