11 Tage alt.

Das neue Büro hat Glaswände. Jetzt wurden die Schilder für den Notausgang angebracht:

“Panik! Wohin?”

Ebenso hilfreich ist das Schild für den Notausgang über der einzigen Tür des wenige m² großen Serverraums. Die Bauarbeiter dachten wohl, dass man sich auch dort im Notfall verlaufen kann.


Hinweise am Schwimmbad-Eingang, Kopenhagen

Beim Bäcker pflegen sie den EM-Spielstand so:


Für die Bürgerschaftswahl-Werbekampagne “Wirf deine Stimme nicht weg” hatte man eine nette Idee: Der Spruch wurde auf Hamburger Papierkörben im ganzen Stadtgebiet geklebt. Ob die Werbeagentur da allerdings schon wusste, dass man am Wahltag umgebaute Mülltonnen (dpa nannte sie liebevoll “Wahltonnen”) einsetzen wird?

Vor der Wahl:

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Die Wahl:

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Die Auszählung:

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Nach der Wahl:

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Am Jungfernstieg gibt es den surrealen Anblick eines großen per Metallzaun abgesperrten Geländes, das kein Mensch betreten darf. Im abgezäunten Bereich stehen… Wahlplakate:

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Die Telekom in Altona hat sich also mit den Punks verbündet, die im Sommer jeden Tag genau vor diesem T-Punkt herumhängen und die Fußgängerzone mit ihrem Ghettoblaster beschallen.

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Vor einigen Jahren wurde ich ehrenamtlicher Handelsrichter am Landgericht Hamburg. Ein Handelsrichter soll bei Fällen vor der Kammer für Handelssachen die Praxiserfahrung aus der Wirtschaft mit einbringen, die Handelskammer schlägt die Kandidaten vor. Damals suchte man IT-Fachleute, die im Pool der Handelsrichter unterrepräsentiert waren.

Man hat 4- bis 6 mal pro Jahr einen Gerichtstermin. Die Einblicke in die Justiz sind sehr lehrreich, denn in der Kammer für Handelssachen landen Fälle aus der Wirtschaft, die ganz besonders dramatisch in die Grütze gegangen sind. Es geht bei diesen Streitfällen fast immer um die Interpretation von Verträgen oder darum, ob jemand eine (- wie sich später herausstellte – Fehl-) Entscheidung überhaupt treffen durfte und wer nun dafür haftet. Der erste Fall hatte gleich den Aktenumfang eines Umzugskartons, aber das blieb zum Glück die Ausnahme.

Lustig ist es, Anwälte vom Gerichtstisch aus zu erleben. Überraschend, wie unsachlich und kindisch sich viele Anwälte in ihren Schreiben ausdrücken – sie plustern sich auf, sticheln, schimpfen und nölen über den Gegner und vor allem über dessen Anwalt. So gut wie keiner hält die vorgeschlagenen Fristen ein, fast jedes Schreiben des Gerichts wird erst einmal mit der Bitte um Fristverlängerung beantwortet. Auch live vor Gericht geht es munter weiter, umso mehr, wenn der Mandant anwesend ist. Dann werden die Zwischenrufe der Anwälte häufiger und die Gesten noch größer, damit der Mandant merkt, dass hier auch etwas für sein Geld geboten wird.

Bei jedem Besuch aufs neue unfassbar ist der jämmerliche Zustand des Ziviljustizgebäudes. Diese Fotos sind Anfang November entstanden. Mir ist unklar, warum so großzügig Spachtelmasse gut sichtbar auf den Wänden verteilt wurde. Vielleicht wird hier in Kürze neu gestrichen? Dann wäre dies eine unfaire Momentaufnahme. Aber ich erinnere mich, dass es bei den Besuchen zuvor schon genauso schlimm aussah. (Der Abschlussbericht “Moderne Justiz in Hamburg” vom Februar 2001 spricht jedenfalls von der “zur Zeit laufenden schrittweisen Renovierung des Zivil- und des Strafjustizgebäudes” – etwas später wurde ich Handelsrichter und seitdem hat sich m.M.n. nicht viel verändert.)

Es ist ein merkwürdiger Kontrast, wenn man seit Jahren eine vergammelnde Justiz von innen erlebt, während aktuell die Politik über Super-BKA, Online-Durchsuchung, Vorratsdatenspeicherung, Fingerabdrücke im Pass und ähnlichen Aktionismus diskutiert. Das Geld wäre an der Basis des Rechtsstaates, sprich in der Justiz und in der Ausbildung der Polizei vermutlich besser investiert.

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