Leider nicht wirklich eine Satire.

Guten Abend, meine Damen und Herren, Sie sehen die Abendnachrichten.

Es hat einen Amoklauf an einer Schule gegeben. Schrecklich, schrecklich. Wir zeigen Ihnen nun grausame Bilder.

Im Anschluss daran eine Live-Schaltung zu unserem Reporter vor Ort. Wie furchtbar war es denn, Herr Kollege? “Oh, es war schrecklich. Hier ein paar weinende Mitschüler, die ich vor die Kamera gezerrt habe. Und hier spreche ich mit geschockten Eltern. Und jetzt ein Straßeninterview mit verschiedenen Anwohnern, die nichts zum Fall sagen können, aber alle sehr betroffen sind.”

Nun ein Besuch unseres Reporters bei einem Lehrer, an dessen Schule vor einigen Jahren ein Amoklauf geschah: “Unser TV-Team hat ihm die schrecklichen Bilder von heute gezeigt. Er war ganz schockiert, dass er diese schlimmen Ereignisse sehen musste. Hier seine Tränen in Großaufnahme.” Oh, wir alle fühlen mit ihm. Schlimm, was er da durchleben musste, während zufällig unser TV-Team bei ihm war. “Danke, das wird ihm bestimmt helfen.”

Jetzt ein kurzes Interview mit einem Experten. Er ist seriös, weil er Hemd und Krawatte trägt und weiße Haare hat. Und weil wir Ihnen sagen, dass er ein Experte ist. Wir haben ihn in der Redaktion auf Kurzwahl, denn er kann knallig formulieren und lebt so richtig auf, wenn wir mit unserer Kamera vorbeikommen.

Herr Experte, was wissen Sie über den Täter? “Eigentlich nichts.” Aber haben Sie eine Vermutung über sein Motiv? “Ja, selbstverständlich ist die Jugendkultur schuld. Der Täter hat mit großer Sicherheit Computerspiele auf seinem PC. Ich fordere schon seit langem, dass Jugendliche wieder Halma spielen, so wie ich damals. Überhaupt, diese vorlaute Jugend von heute. Was die für Frisuren haben, und dann noch diese schreckliche Musik. Die wollen uns alle umbringen, glauben Sie mir.” Danke, Herr Experte, das klingt nach einer nachvollziehbaren Erklärung für die Tat, da muss ich als Journalist nicht mehr nachhaken. “Gern! Und bis zum nächsten Mal!”

Politiker aller Fraktionen haben ihre Verhandlungen über weitere Kürzungen im Bildungswesen unterbrochen, um ihre persönliche, ehrlich empfundene Betroffenheit über die Tat zum Ausdruck zu bringen. Morgen werden bundesweit die Flaggen auf Halbmast stehen. Übermorgen sollen dann im Parlament die unterbrochenen Verhandlungen fortgesetzt werden, um die bereits beschlossenen Mittelkürzungen für den schulpsycholgischen Dienst zu verabschieden.

Ein in der Presse stets zu kurz gekommmener Regional-Innenminister wiederholte heute seine Forderung, die Jugendkultur zu verbieten. Er werde seinen schon mehrfach abgeschmetterten Gesetzesentwurf zur Überwachung und Umerziehung Jugendlicher erneut einbringen. Dass es sich hierbei um ein zynisches Wahlkampfmanöver handeln könnte, bezeichnete er als bösartige Unterstellung.

Unsere Redaktion hat in der Zwischenzeit mit Hilfe ihres Recherchewerkzeuges “Google” weitere exklusive Informationen über den Täter auf sogenannten “Websites” in einem “Internet” gefunden. Hier sein Profil aus einem sogenannten “sozialen Netzwerk”. Hier die Profile seiner Opfer. Hier die Profile seiner Freunde, die unsere Redaktion nach der Sendung aufsuchen will. Hier Blog-Beiträge und Forenkommentare des Täters, aus denen unser andere seriös erscheinende Experte nun für Sie live zwischen den Zeilen interpretieren wird.

Hier private Fotos vom Täter. Sehen sie nur: Er posiert mit seiner Waffe! Wie ein Actionheld auf einem Kinoplakat! Und wir haben hier ein Bekennervideo von ihm gefunden, dass wir nun ausstrahlen. Ekelhaft, dieses Video, aber es ist unsere journalistische Pflicht, Ihnen das zu zeigen.

Hier Bilder früherer Amokläufer, die sich ebenfalls in martialischen Selbstportraits in Szene gesetzt haben. Man könnte ja fast glauben, Amokläufer spekulieren darauf, dass diese Bilder groß in der Presse veröffentlicht werden, aber darüber wollen wir hier nicht weiter nachdenken. Stattdessen ein Bericht über ein “Twitter”, wo Menschen, die überwiegend nicht einmal Journalisten sind, substanzlose Gerüchte austauschen und es sogar wagen, unsere Berichterstattung zu kritisieren. Dieser Pöbel im “Internet” – die haben ja keine Ahnung, was Qualitätsjournalismus ist.

Und zum Abschluss schalten wir noch einmal um zu unserem Kollegen vor Ort: “Der Trauergottesdienst war sehr ergreifend. Für die Menschen hier wird nach dem heutigen Tag nichts mehr so sein, wie es vorher war. Wir fahren jetzt zum Elternhaus des Täters, das wir zusammen mit den TV-Teams der anderen Sender die nächsten Tage belagern wollen. Und damit zurück ins Funkhaus.” Danke für diese Eindrücke.

Sollten Sie sich zu Hause nun Gedanken über Ihre oder unsere Verantwortung machen, können wir Sie beruhigen – der Täter war anders als wir, deshalb kann die Gesellschaft keinerlei Mitschuld an dieser schrecklichen Tat treffen. Auch unsere Berichterstattung hat sicherlich keinen Einfluss auf spätere Nachahmer.

Das, verehrte Zuschauer, waren die Abendnachrichten.

Im Anschluss zeigen wir als Sondersendung eine Gesprächsrunde mit fünf alten Herren, die über Jugendkultur diskutieren werden. Danach ein Bericht über Computerspiele und dieses “Internet”, den wir bereits beim letzten und vorletzten Amoklauf gezeigt haben.

Die im TV-Programm ursprünglich angekündigte Dokumentation über die Bildungsmisere und die Diskussionsrunde über journalistische Ethik fallen aus.

Witwenschütteln 2.0 im Hamburger Abendblatt:

Dem Abendblatt liegt exklusiv das Internet-Tagebuch (Blog) des Familienvaters vor – mit Einblicken in die Seele eines Verzweifelten.

Exklusiv ist auch nicht mehr das, was es mal war.

Übrigens findet sich das Blog mit Hilfe der Zitate aus dem Artikel sehr leicht.

Apropos Internet-Sperren: Es gibt jetzt eine Beta-Version der Stopp-Seite im Netz.

Ach, ich liebe dieses Internet! Nein, ich meine, ich liebe Euch doch alle!

11 Tage alt.

Es wurde gelegentlich gefragt, wo die Quelltext-Pakete der e-tobi vdr Binaries für Ubuntu bleiben. Tja: Es sind die Quelltexte von Tobi, die unverändert von mir compiliert und dann im Repository angeboten werden.

Falls Änderungen notwendig sind, patcht Tobi seine Quellen, damit sie später unter Debian und Ubuntu compilierbar bleiben.

Deshalb gibt es von mir keine Quellpakete, denn die gibt’s bei Tobi. Er bietet drei Varianten von vdr an: “standard”, “multipatch” und “extensions” – diese unterscheiden sich durch verschiedene Erweiterungen und die dadurch nutzbaren Plugins. Die Quellpakete sind aber für alle drei identisch, die Shellvariable “PATCHVARIANT” sorgt beim Compilieren automatisch für die nötigen Änderungen der Quellen.

Um die e-tobi Quellen der Variante “standard” unter Ubuntu zu verwenden, legt man zunächst eine Datei an:

  Some folks have asked why there are no source packages of the e-tobi vdr binaries for Ubuntu in my repository. Well: I’m using the original sources maintained by Tobi.

If changes are necessary or I run into problems, Tobi patches his sources to make them work with both Debian and Ubuntu.

That’s why I do not offer source packages – you can find them at e-tobi. He offers three flavours of vdr: “standard”, “multipatch” and “extensions” – they use different extensions and patches and allow using a different set of plugins. The source packages are the same for all flavours, the “PATCHVARIANT” shell variable will make sure that the sources are patched accordingly when you compile them.

To use his sources for the “standard” flavour, you need to create a file first:

# /etc/apt/sources.list.d/vdr-src.list
deb-src http://e-tobi.net/vdr-experimental sid base backports addons vdr-standard

Um z.B. die aktuelle Version 0.2.0-4 des “live”-Plugins für die “standard”-Variante von e-tobi zu backen, geht es wie folgt weiter:   If you wish to compile a plugin, e.g the current version 0.2.0-4 of the “live” plugin for e-tobi “standard” flavour, here’s how:

apt-get update
apt-get build-dep vdr-plugin-live=0.2.0-4
PATCHVARIANT=standard apt-get source -b vdr-plugin-live=0.2.0-4

Es ist ja nicht nur die blöde Grundverschlüsselung von DVB-C.

Schlimmer noch ist, dass ich am gleichen Tag drei mal den gleichen Werbebrief bekomme:

  • Alter Nachname, alte Adresse (kommt per Nachsendeantrag trotzdem an);
  • alter Nachname, neue Adresse;
  • neuer Nachname, neue Adresse.

Und diese drei Briefe kommen alle paar Wochen neu, seit bald einem Jahr. Und wenn man die Hotline anruft, erklären die Kundenbetreuer, dass sie mich nicht aus ihrer Adressliste streichen können. Geht nicht. Tut ihnen ja auch Leid.

Und ihr Outbound-Callcenter ruft auch immer wieder bei uns an. Anrufer mit starkem Akzent wollen uns dann davon überzeugen, dass wir bei ihnen einen Telefonvertrag abschließen.

Leider verstehen wir sie kaum. Die Telefonleitung des Kabel-Deutschland-Callcenters rauscht stark.


Foto von Neil Alejandro via flickr

Die e-tobi vdr Binaries für Ubuntu Intrepid Ibex sind nun verfügbar. Wie bisher stehen sie für i386 und amd64 zur Verfügung.

Im folgenden Beispiel – ähnlich wie bei e-tobi beschrieben – bitte #SECTION# ersetzen durch standard, multipatch oder extensions.

Weitere Informationen zu e-tobi vdr unter Ubuntu findet Ihr in den früheren Blog-Artikeln zu diesem Thema.

  The e-tobi vdr binaries for Ubuntu Intrepid are now available. As usual, you can fetch them for i386 and amd64.

In the following sample setup, replace #SECTION# with standard, multipatch or extensions.

You can find more information about e-tobi vdr for Ubuntu in my earlier blog entries.

# /etc/apt/sources.list.d/vdr-etobi-hanno.list
# SECTION = standard | multipatch | extensions
deb http://www.hanno.de/vdr-experimental intrepid base backports addons vdr-#SECTION#
deb http://packages.medibuntu.org/ intrepid free non-free

# /etc/apt/preferences
Package: *
Pin: origin www.hanno.de
Pin-Priority: 1000

Die gleichen Politiker, die da Deutsch im Grundgesetz fordern, haben die Arbeitsbedingungen für “Deutsch als Fremdsprache”-Dozenten so sehr verschlechtert, dass diese ihren Beruf lieber aufgeben.

(Ich kenne mehrere DaF-Dozenten aus Hamburg, die in den letzten beiden Jahren angesichts der trostlosen Bedingungen die Branche gewechselt haben.)

Die Aktion “Deutsch ins Grundgesetz” ist Symbolpolitik ohne Folgen.

Das tatsächliche Problem der Sprach-Integration von Zuwanderern wird dadurch kein Stück gelöst.